Springschwänze - Collembola

Als derzeit kleinstes Zuchtfutter sind Springschwänze für Pfeilgiftfrösche unentbehrlich. Insbesondere für die Aufzucht der Jungfrösche wird solches Kleinstfutter benötigt. Aber auch von größeren Dendrobaten werden Springschwänze sehr gern gefressen. Phyllobaten (zumindest adulte Tiere) zeigen bei mir kein Interesse an den kleinen weißen Insekten.

Bei Springschwänzen handelt es sich um sogenannte Ur-Insekten, welche als Bodenbewohner am Verrottungsprozess mitwirken. Zuchtversuche habe ich mit einheimischen Springschwänzen - Folsomia candida - und 3 Arten tropischer Springschwänze unternommen.

Drosophila hydei

Die Zucht der einheimischen Art ist mir nicht in dem Maße gelungen, dass eine ausreichende Versorgung meiner Jungfrösche ohne Zukauf möglich war. Verschiedene Zuchtmethoden auf Weißtorf, Holzkohle oder Kartoffelscheiben führten nicht wirklich zum Erfolg.

Die tropischen Vertreter lassen sich vergleichsweise gut vermehren und stehen meinen Fröschen regelmäßig zur Verfügung. Derzeit werden Im Versandhandel vorwiegend tropische Springschwanzarten angeboten.

regelmäßig im Handel erhältlich sind:

  1. Großer weißer Springschwanz,ca. 2 mm
  2. Rosaroter Springschwanz, ca. 2 mm
  3. Kleiner weißer Springschwanz, maximal 1mm

gelegentlich bei Züchtern erhältlich sind:

  1. Grauer Springschwanz, bis 1 mm
  2. Metallfarbener Springschwanz, bis 1,5 mm

Züchten lassen sich die Springer in Kunststoffdosen mit den Maßen 7x13x18 cm. Größere Behälter sind in jedem Fall günstiger. Die Tiere benötigen lockeres feuchtkrümeliges Substrat. Ich verwende Kokoshumus, welcher in gepressten Ballen im Garten- oder Zoobedarfshandel erhältlich ist. Das Substrat sollte leicht feucht, keinesfalls nass sein. Der kleine Springschwanz bevorzugt einen etwas trockeneren Bodengrund als der Große. Unter den Humus mische ich trockenes Laub und Korkschrot, um den Tieren mehr als nur die Oberfläche als Lebensraum anzubieten. Als Futter erhalten die Springschwänze Gemüse, wie Zucchini, Gurke, Möhre und Champignons, in dünne Scheiben geschnitten und Flockenfutter. Geeignet sind Fischfutterflocken, Hundefutterflocken (Matzinger Gemüse) und Hefeflocken, welche sehr fein gemahlen auf das Substrat gestreut werden.

tropische Springschwänze

Frische Ansätze sollten etwa 2 Monate einlaufen um ausreichend Springschwänze hervorzubringen. Nach etwa 2 weiteren Monaten ist das Substrat verbraucht und die Anzahl der Tiere nimmt ab. Es müssen rechtzeitig neue Kulturen angelegt werden.

Zur Entnahme der Springschwänze kann man sie mit einem Trinkhalm oder einem dünnen Kunststoffschlauch ins Terrarium pusten. Alternativ verwende ich Plastik- deckel von Heimchendosen. Diese werden flach auf das Substrat gelegt, die Springschwänze sitzen darunter und auch obendrauf und lassen sich damit einfach ins Terrarium geben und damit besser dosiert verfüttern. Ähnlich funktionieren aufgelegte Kork oder Rindenstücke.

Ich halte die Springschwanzzucht für aufwendig. Das bedeutet alle 2 bis 3 Tage Trockenfutter geben, bei Gemüse einmal pro Woche, gelegentlich Substrat leicht nachfeuchten und jedes Mal Deckel auf und Deckel zu. Bei 50, 100 oder mehr Dosen denkt man über Alternativen nach.

Eine solche Alernative bieten geschlossene Glasschränke, in welchen die Behälter, ohne Deckel, einfach wie Schubkästen lagern. Dort ist eine ausreichend gespannte Luft vorhanden und sowohl die Fütterung und als auch die Entnahme gestalten sich aus den 40 x 30 cm Schubkästen recht einfach.

Zuchtschrank - Haltung in Dosen - im Zuchtbehälter

Springschwanz-Zucht